Eigenproduktion
Donnerstag, 2. November. (Premiere), bis 2. Dezember, jeweils Dienstag bis Samstag 19.30h

DIE SCHWÄRMER

von Robert Musil

„Jeder Mensch kommt auf die Welt mit Kräften für die unerhörtesten Erlebnisse. Die Gesetze binden ihn nicht. Aber dann lässt ihn das Leben immer zwischen zwei Möglichkeiten wählen, und immer fühlt er: eine ist nicht darunter; immer eine, die unerfundene dritte Möglichkeit.“ (Regine)

kleinprobenschwaermer spielraum 83Eine doppelte Dreiecksgeschichte: Regine flieht vor ihrem Ehemann Josef in das Haus ihrer Kindheit. Ihr Begleiter Anselm umwirbt aber dort auch ihre Schwester Maria, die mit seinem Jugendfreund Thomas verheiratet ist. In diese erprobte, also überschaubare Konstruktion hat der Autor eine Geschichte gespannt, die alles andere ist als überschaubar. Musil handelt von falschen Gefühlen, die ihre Besitzer für echt halten, von brilliant scharfsinnigen Fremd- und beklagenswert unzutreffenden Selbstanalysen, er handelt von den Leiden und Aporien einer bürgerlichen Bildungsschicht. Da kündigen sich, in beiläufigen Redewendungen wie in phantastischen Utopien von ihnen überforderter Gelehrter, Denkprozesse an, in denen das (naturwissenschaftliche) Denken zur 'materiellen Gewalt' wird, Geschichte neu geschrieben werden müsste.
Musils zwischen 1907 und 1920 entstandenes, selten gespieltes Theaterstück handelt von vier Freunden, die sich nach Überwindung der Wirklichkeit sehnen, nach einer Freiheit, die „unerfundene dritte Möglichkeit“ im Leben auszuleben.

Gerhard Werdekers erfolgreiche Adaptierung und Inszenierung von DER MANN OHNE EIGENSCHAFTEN aus dem Jahr 2014 wird mit diesem Stück – teilweise mit dem Ensemble von damals – als eine Art „Parallelaktion“ dramaturgisch weitergedacht.

mit Manuel Bräuer, Katharina Köller, Max Kolodej, Gunter Matzka, Nicole Metzger, Dana Proetsch, Abraham Thill

Inszenierung: Gerhard Werdeker
Raum: Andreas Stockinger
Kostüm: Anna Pollack
Licht: Tom Barcal
Foto: Barbara Pálffy

Gastspiel Otto Brusatti
Sonntag, 19. November, 12h (Frühstück ab 11h möglich, nur mit Reservierung bis 17.11.)

DIE KREUTZERSONATE

– die Violinsonate Beethovens, die fatale Ehe-Novelle Tolstojs, das die Novelle wieder aufnehmende Erste Streichquartett Janáceks

„Die (zum Teil brutalen und aufwühlenden) Passagen aus allen dreien werden gespielt, vorgeführt, gemixt. Gespielt, gelesen, zerrissen, live, von irgendwo her. (Ein Mann wird mit den Bereichen Liebe, Ehe, Frau-Mann … nicht fertig, Betrug, Mord … Auslöser und Subsummieren: in/mit Musik …) Das ist eine der intensiven Musik-Literatur-Sachen.
Otto Brusatti

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Mit dem Alliance-Quartett (www. alliancequartett.at) Robert Olisa Nzekwu (Violine), Katharina Henriquez (Violine), Joachim Kelber (Viola), Johanna Kotschy-Appel (Violoncello);
Otto Brusatti und anderen Stimmen

Karten: 15,-/ermäßigt: 13,- (mit Frühstück – Reservierung bis 17.11.- plus 5 Euro)