DAS WAR DIE SAISON 2004/05

Gastspiel
NOVI SAD: DU SPREKEN DEUTS
Ein Lesungskonzert mit Texten und Liedern von Ernst Jandl und Novi Sad

2004_deutschAls Hommage an Ernst Jandl haben Novi Sad und der Schauspieler Tristan Jorde ein Programm entwickelt, das mit vertonten und gesprochenen Texten des großen Sprachkünstlers aufwartet. Die skurrilen und aufrüttelnden Texte, Jandls Sprachakrobatik und die suggestive Live-Musik der "Wiener Weltmusiker" (Kleine Zeitung) werden zu einer außergewöhnlichen Performance in Fetzen und D-Dur gemixt.

Jandl-Talker: Tristan Jorde
Live-Musik: Novi SadGastspiel
http://www.novisad.at

Freitag, 1. & Samstag, 2. Oktober, 20 h &
Sonntagsmatinée 3. Oktober, 12 h
(Frühstück ab 11 h möglich, Reservierung!)

Koproduktion
WAS MACHT DER GOLDSCHMIED AUF DER BÜHNE?
Goldschmiedemeister Edwin Zaloha lässt sich bei der Arbeit über die Schulter schauen, das Theater SPIELRAUM präsentiert den Spielplan der Saison!

Eintritt frei!
Kartenreservierungen in der Goldschmiede Zaloha (T: 523 72 45)

Mittwoch, 13. & Donnerstag, 14. Oktober, 19.30

Eigenproduktion
21. Oktober (Premiere),
& 22. Oktober bis 26. November,
Dienstag bis Samstag, 19.30 Uhr

Zyklus Utopie und Gesellschaft I
DER STURM
von William Shakespeare  2004_sturm2Ein Sturm, der alle aus dem Gleichgewicht bringt, veschlägt Prosperos Feinde auf dessen Zauberinsel. Ist es Zeit, Rache zu nehmen? Tochter Miranda erklärt alles Menschliche zur "schönen neuen Welt", und der alte Gonzalo träumt von einer Gesellschaft, wo endlich alle gleich sind, aber er der König...
Das selten gespielte, vieldeutige Stück eröffnet den Zyklus unserer neuen Spielzeit, die wir unter das Motto "Utopie und Gesellschaft" stellen werden.

mit Norbert Holoubek, Bernardo K., Christian Malin, Matthias Messner, Esther Pitsch, Kurt Raubal, Michael Schefts, Michael Schubert, Michaela Stankovsky, Beate Stern

Inszenierung, Übersetzung und Einrichtung: Gerhard WerdekerRaum: Harald Ruppert
Kostüme: Martina Berger
Klänge: Charly Horky

2004_sturm1KRITIK
"Prosperos wundertätige Buchweisheit hat das Team vom Spielraum offenbar beflügelt, denn eine klüger und geschickter inszenierte Fassung von Shakespeares spätem Werk wird man kaum finden (und das liegt nicht nur daran, dass "Der Sturm" in unserem Land nicht gerade häufig auf den Bühnen zu sehen ist).
Gerhard Werdekers Regiekonzept überzeugt durch hingebungsvolle Arbeit am Text: er griff auf keine gängige Übersetzung zurück, sondern verdeutschte das Stück selber (besonders geglückt ist in dieser Hinsicht Prosperos Zwiegespräch mit Ariel) und belässt z.B. die "Zaubersprüche" des Inselherren im Original.

Ebenso hervorragend wurde das Raumkonzept gestaltet: hier trat das Spielraum-Team den Beweis an, dass dieses Werk auch jenseits von Greenaway'schen Ausstattungsorgien lebensfähig ist und mit bescheidensten Mitteln große Wirkungen erzielt werden können.2004_sturm3Bereits der Beginn lässt uns einen atemberaubenden Schiffbruch miterleben, bei dem die Besatzung in den Seilen und Strickleitern der Takelage hängt, während ein ohrenbetäubendes Meeresgetöse erklingt. Die Gestrandeten finden sich hingegen auf einem Eiland aus umgekehrten Tischen, deren Platten einen schwankenden Grund abgeben, während Prospero (Michael Schefts in seiner 50. Premiere) von erhöhter Position aus das Geschehen dirigiert und mit knappen Handbewegungen Schlaf über die Figuren herabsenkt oder Ariel herbeizitiert (der bleibt übrigens unsichtbar, wie es sich für einen Luftgeist gehört, und nur seine Stimme erfüllt mit Echowirkung den Raum).
Von den hervorragenden 10 Akteuren verdient Beate Stern besondere Erwähnung: sie verleiht dem "wilden und missgestalteten Sklaven" Caliban als Zwitterwesen ein tragikomisches Leben.
Dem Spielraum ist also mit dem ersten Teil des neuen Zyklus "Utopie und Gesellschaft" eine regelrechte Zauberei in Shakespear'schem Geiste gelungen."

F ranco Schedl, www.events.at

Vernissage
23. Oktober, 16.30 Uhr

SPIELRAUM-GALERIE
"KRAFTRAUM"

Bilder von Gerhard Buzek

Gastspiel der Bogoljubow-Prudskis/Lieraturmatinée
21. November, 12.00 Uhr
(Frühstück ab 11 Uhr möglich, Reservierung!)

WIR SIND IM NEBEL SCHON WIE BLAUER RAUCH VERGANGEN...
Balladen von Francois Villon mit Live-Musik

mit Marcel Mollik-Werner, Kurt Raubal und Michaela Stankovsky
www.diebogos.at

"... nicht, dass er (Villon) ein Opfer der Gesellschaft war, hat ihn uns erhalten, sondern dass er in allen Lagen ein Dichter geblieben wäre, das ist entscheidend." (Carl Jakob Burckhardt)

Gastspiel
3. & 4. Dezember, ab 16 h

art & creativity
KünstlerInnen und Kultureinrichtungen des 7. Bezirks präsentieren Ihre Werke
Renée Kellner, Josef Christ, Hernando Osorio, Monika Haberl, Edith Steinbach, Nina Bernert, Ilsa Bernhard, Ilse Vogel, Kinderfreunde-Hort Neubaugasse
3. Dezebmer 18.30 h Argentinische Folklore mit Francisco Rodrigues
19.30 h Klassischer indischer Tanz mit Asmita Banerjee
4. Dezember 19 h Aus "Wiener Melange und Lachertorten" mit Brigitte Neumeister - Zählkarten erforderlich - solange der Vorrat reicht!
EINTRITT FREI!

Gastspiel
5. Dezember 11 h

Weihnachtsfeier der Kaufleute der Kaiserstraße
"Die Tschingels bellen" mit Rupert Trampisch und Ingrid Maria Siebenhütter
Eintritt frei, Einladung!

Workshop
6. bis 11. Dezember

Atem - Bewegung - Stimme
mit Prof. Ellen Müller-Preis

Gastspiel/Literaturmatinée
12. Dezember, 12 Uhr
(Frühstück ab 11 Uhr möglich, Reservierung!)

WEISHEIT DES HERZENS
Besinnliche Poesie von Khalil Gibran - Lesung mit Musik
Der im Libanon geborene Dichter und Maler Khalil Gibran ("Der Prophet") widmete sich vor allem der Erneuerung der arabischen Literatur und der Versöhnung der Kulturen.

Stimme: Maria Lassl
Gongs: Christian Dangl

2004_liebeGastspiel Schauspielschule Krauss
11. Dezember Premiere)
& 12., 14., 15. Dezember, 19.30 Uhr

LIEBE IN ZEITEN DES KRIEGES
Variationen eines Themas

erarbeitet von den Studierenden der Schauspielschule Krauss unter der Leitung von Hans Escher.
Nähere Informationen: www.schauspielschulekrauss.at

Es spielen: Anna Maria Ammering, Anna Greiter, Barbara Lehner, Elisabeth Veit, Michael Born, Günter Bubbnik, Wolfgang Galler

sengen, brennen, schießen, stechen,Schädel spalten, Rippen brechen,
spionieren, requierieren,
patroullieren, exerzieren,
fluchen, hungern, bluten, frieren.....
und die Liebe?
sie höret nimmer auf aber wie?
junge Schauspieler befragen Dichter wie Schiller, O'Casey, Kleist dazu.
ein Abend über die Liebe in den Zeiten des Krieges

Kooperation
gegenLICHT - ein Projekt der Wolke 7
11. Dezember 16.30 h Vernissage Klaus Taschler "verdächtig" (Ende 19 h)
18. Dezember 17 h Finissage, 19 h Autorenlesung Kerstin Breitenfellner
nähere Informationen unter http://www.wolke7.at

2004_gabyCollageSilvester-Special/Koproduktion
31. Dezember,
19 Uhr & 22 Uhr!
Erhöhte Preise!
BarBQ4 two
... STATT DINNER FOR ONE!

Eine musikalische Reise durch die Welt des Speisens, Essens, Fressens; ein Menü aus Chanson, Schlager, Wienerischem und jazzig-fetzigen Songs, zusammengestellt und eingekocht von Gaby Kosik: heiter-komödiantisch, besinnlich-tragisch, skurril-verrückt!

serviert von Gaby Kosik & Gudrun Lercher
Am Klavier: Jürgen Tauber

2004_bnwEigenproduktion
20. Jänner (Premiere),
& 21. Jänner bis 26. Februar,
jeweils Dienstag bis Samstag, 20 h
Zyklus Utopie und Gesellschaft II

SCHÖNE NEUE WELT
Uraufführung

632 nach Ford: in der "Schönen Neuen Welt" gibt es keine Familien, die Beziehungen sind offen und unverbindlich, es herrscht Konsumzwang. Es gibt Kasten von Alpha- bis Epsilon-Menschen, die industriell hergestellt und den Bedürfnissen der Wirtschaft gemäß genormt werden. "Community, identity, stability" hat "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" abgelöst. Jeder ist angeblich glücklich. Da wird ein "Wilder", der in einem abgelegenen Reservat anhand einer alten Shakespeare Ausgabe sprechen, denken und fühlen gelernt hat, mit dieser "schönen neuen Welt" der Zukunft konfrontiert.

Mit Norbert Holoubek, Leila Müller, Hertha Pachl, Peter Pausz, Michael Schefts, Michael Schuberth2004_astoria2

Stück und Inszenierung: Nicole Metzger
Ausstattung: Anna Pollack
Musik: Charly Horky

KRITIK:
"Abschreckende Utopien, die vor einem halben Jahrhundert erdichtet wurden, hat die Wirklichkeit inzwischen längst eingeholt oder sogar überboten. "Schön und neu" ist daran also nichts mehr - umso betroffener kann es aber machen, wenn wir im alten Gedankenexperiment und selber als Versuchskaninchen wiedererkennen.
Ein derartiges Aha- oder besser Oweh-Erlebnis verschafft uns derzeit der SPIELRAUM [...]
Wir werden in eine Zone versetzt, wo statt Fortschritt nur noch Fordschritt geschrieben wird und als einziger Lebensinhalt der künstlich erzeugten Landeskinder die Ankurbelung der Wirtschaft in einer kollektiven Spaßgesellschaft gilt; jede individuelle Regung wird unter Androhung einer Versetzung nach Island unterbunden. Die Konfrontation dieses Systems mit einem Wilden, der stets ein Buch mit sich führt und nur Worte von Shakespeare findet, kann (menschen)naturgemäß nicht gut gehen.
Den Wilden mit Shakespeare zu verproviantieren darf übrigens in dieser - an guten Ideen ohnehin reichen - Produktion als gelungenster Einfall gelten: die Nutzanwendung auf seine aktuelle Situation könnte durch die "alten" Worte nicht passender sein. Shakespeare hat offenbar wirklich alles vorausgewusst (wie Karl Kraus vorausgewusst hat).
Nun wäre man versucht, weiter fordzufahren, die Vorzüge dieser Inszenierung aufzuzählen - aber wozu? Schließlich ist es doch ein Grundbedürfnis des kapitalistischen Menschen, den Großteil seines Geldes in den Kauf von Theaterkarten zu investieren."
Franco Schedl, www.events.at

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Gastveranstaltung
Wirtschaftskabarett mit Bernhard Baumgartner

Vernissage 22. Jänner, 17 h
Bezirksvorsteher Bliminger und Grüne Wirtschaft Wien
13. Jänner 2005, 20h

SPIELRAUM-GALERIE
Malerei von Hans Joachim Hohensinn
www.atelier.hohensinn-art.com

Eigenproduktion /Literaturmatinée
13. Februar 2005, 12 h
(Frühstück ab 11h möglich, Reservierung!)

UTOPIA
Thomas Morus
"Du musst es vielmehr auf Umwegen versuchen und dich bemühen, soweit es in deinen Kräften liegt, alles geschickt darzulegen und, was du nicht zum Guten wenden kannst, mindestens möglichst wenig schlecht ausfallen zu lassen.«

In seinem 1516 erschienen Text kleidet Thomas Morus seine Ideen einer positiven Utopie nicht in das Gewand eines Lehrtraktats, sondern in die eines Gesprächs. Ohne dass er die von seinem fingierten Erzähler Hythlodeus vorgebrachten Beobachtungen vorbehaltlos übernimmt, muss er zugestehen, dass die in Utopia verwirklichten Grundsätze eine im Vergleich zum Zustand Europas fast ideale Ordnung des Gemeinwesens geschaffen haben.

Die alte Welt ist dagegen nichts anderes als eine »Verschwörung der Reichen, die im Namen und unter dem Rechtstitel des Staates für ihren eigenen Vorteil sorgen«. Wie ernst, politisch oder moralisch, Morus sein Werk gedacht haben mag, bleibt in der Schwebe.

Mit Gerda Kamna und Harald Ruppert

Eigenproduktion/Literaturmatinée
13. März 2005, 12 h
(Frühstück ab 11h möglich, Reservierung!)

DER FÜRST
Niccolò Machiavelli

»Denn es gibt dreierlei Köpfe: die einen verstehen von selbst, die zweiten können beurteilen, was andere verstehen, die dritten verstehen weder von selbst noch mit Hilfe anderer. Die ersten sind ausgezeichnet, die zweiten gut, die dritten unbrauchbar.«

Machiavellis Text, entstanden 1513, erschienen 1532 gilt als einer der Gründungstexte der politischen Wissenschaften und hat über die Jahrhunderte immer wieder zu unterschiedlichsten Interpretationen herausgefordert. Bis heute wird er von den einen verteufelt, lediglich eine Anleitung zur zynischen Machtausübung zu sein, von anderen als kluge und weitsichtige Analyse verstanden und bewundert, politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Macht zu erlangen und sich zu erhalten. Unsere Präsentation lädt dazu ein, sich einmal selbst ein Urteil zu bilden.

Mit Beate Stern und Gerhard Werdeker

Gastspiel INST & t-cup
3. März bis 24. März,
jeweils Dienstag bis Samstag, 20h

DAS VERBINDENDE DER KULTUREN
Darstellungsfestival
Neue Zugänge zur Globalisierung

Das Programm stellt neue Zugangsmöglichkeiten zur Welt aus Kunst und Wissenschaft vor, die im Kontext der Umbrüche des letzten Jahrzehnts erarbeitet wurden (Expeditionen, Projekte, Konferenzen in rund 40 Ländern). Höhepunkt war die Konferenz "Das Verbindende der Kulturen" mit rund 4000 TeilnehmerInnen aus 70 Ländern. Allein an der Erarbeitung der Dokumentierung dieses Projektes (Buch/CD/DVD) mit ca. 1000 Beiträgen sind rund hundert WissenschaferInnen und KünstlerInnen weltweit beteiligt.
Das Programm soll dazu anregen, die Bedeutung der Kultur in den gegenwärtigen Prozessen zu erkennen, sich interaktiv mit den komplexen gegenwärtigen Prozessen auseinander zu setzen und sie (kreativ) mitzugestalten.

Monolog: Heidelberg-Marrakesch, einfach
Text von Fawzi Boubia mit Massud Rahnama
Regie: Herbert Arlt/Massud Rahnama
Film: Alex Grimm
Bild/Textpräsentation: Herbert Arlt
Virtuelle Präsentation: Kilimanjaro/Arktis
Ausstellung: Elke Schönberger
Foto: Peter Horn
Veranstalter: www.inst.at

Montag, 7. März, 19.30 h
Ein Abend der Grazer Autorenversammlung

THEATERTEXTE - Das Theater braucht Texte - braucht das Theater Texte?
Positionierungen, Podiumsdiskussion, Publikumsdiskussion

mit KURT MITTERNDORFER: Akteure stellen ihre Aufführungstexte zusammen. CHRISTA NEBENFÜHR: Literarische Texte auf der Bühne. ROLF SCHWENDTER: Gegenwartsliteratur im Lesetheater. SYLVIA HAIDER: Texte für Erfolgsproduktionen bei Theater und Film. RUTH ASPÖCK: Konzipierung, Moderation, Diskussionsleitung.
Büchertisch. EINTRITT FREI!

Gastveranstaltung
21. März 9h bis 15 h

Diplomprüfungen Filmschule Wien

Eigenproduktion/Literaturmatinée
Sonntag, 17. April, 12 h
(Frühstück ab 11h, bitte reservieren!)

ÜBER DIE ÄSTHETISCHE ERZIEHUNG DES MENSCHEN

"Denn, um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in der vollen Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt."

Schiller fordert eine Erziehung hin zur Wahrnehmung der Kunst, die aus der Verbindung von Phantasie und Vernunft jenes "Ideal" des selbstbestimmten Menschen erzeugt, der in der Entfaltung seiner Anlagen und Fähigkeiten immer auch gesellschaftliche Verantwortung übernimmt ? "bis der Schein die Wirklichkeit und die Kunst die Natur überwindet", und die Idee des Menschen Gestalt angenommen hat. Diesen utopischen Zustand bezeichnet Schiller als "ästhetischen Staat", als "Staat des schönen Scheins", der im Ansatz, in kleinen, ausgewählten Gruppen auch schon existiert.

Mit Dina Kabele und Michael Schefts

Eigenproduktion 2004_astoria1
21. April (Premiere)
& 22. April bis 28. Mai,
jeweils Dienstag bis Samstag, 20 h

Zyklus Utopie und Gesellschaft III
ASTORIA
von Jura Soyfer

Ein Landstreicher Kilian Hupka erfindet den Staat ASTORIA, den eine amerikanische Gräfin dem Gatten zum Geburtstag schenken will. Dass dieser Staat nicht real existiert, stört bald niemanden mehr: ASTORIA besitzt zwar kein Land, aber dafür gibt es dort auch keine Arbeitslosen, keine Kriminalität, kein Unglück...und wird so zum Ort der Sehnsucht für die Armen und Heimatlosen.

Jetzt wird es für Hupka eng: durch rigide Einreisebestimmungen muss die Flut der Visaanträge gestoppt werden. Denn Geschäfte kann man auch mit einem fiktiven Staat machen. Und die Heimat? Hat die irgendetwas mit Staat zu tun?
Jura Soyfer, 1939 im KZ Buchenwald gestorben, war ein großes Talent der österreichischen Literatur. In bester Volkstheatertradition schuf er, an Karl Kraus geschult, mit Astoria sein vielschichtigstes Kabarettstück. Mit dieser Neuinszenierung vor 10 Jahren war das Stück zuletzt in Wien zu sehen leistet das Theater SPIELRAUM auf seine Weise einen Beitrag zum "Gedenkjahr 2005" und den geplanten Feierlichkeiten.

2004_astoria2mit Peter Dutz, Tristan Jorde, Leila Müller, Hertha Pachl, Peter Pausz, Stefan Pohl, Christian Rajchl, Sara Zangeneh

Inszenierung: Gerhard Werdeker
Musik: Charly Horky
Bühne: Robert Notsch
Kostüme: Martina Berger

(Achtung! 29.4. Geschlossene Vorstellung!)

KRITIK
"Ein Volk ohne Raum ist ? abgesehen von den eingesparten Raumpflegekosten – schon grimmig genug. Was soll man aber dann zu einem Staat ohne Bürger und ohne Territorium sagen? Woraus sich Londoner Gesandtschaftsangestellte in den 30er Jahren einen Jux gemacht hatten, daraus schuf Jura Soyfer mit seinem schonungslosen Blick fürs Zeitgeschehen ein tragikomisches Kabarettstück, das sicherlich zu seinen besten Werken zählt und eine gekonnte Weiterführung der Linie Nestroy???Brecht darstellt.
Das vom Vagabunden Hupka ins Leben gerufene Phantasiereich Astoria dient allen Entrechteten und Unterprivilegierten zur Projektionsfläche ihrer Sehnsüchte: doch das arkadische Utopia wird durch den Geschäftssinn der Ausbeuter rasch zum grausigen Austria verunstaltet und der Vagabund, dem diese Entwicklung zuwider ist, findet sich mit seinen zwei Kollegen erneut am Ausgangspunkt – der Landstraße.
Ein Theatervolk ohne Spielraum ist hingegen schwerlich denkbar: und so beherbergt derzeit die Bühne in der Kaiserstraße einmal mehr den gern gesehenen Gast Soyfer. In dieser aufwändigen Produktion macht Theaterleiter und Regisseur Gerhard Werdeker dem Namen des Hauses alle Ehre:2004_astoria2 er regt durch seine Inszenierung zu vielerlei Überlegungen über die Begriffe „Staat, Land, Heimat" an, die sich im Gedenkjahr 2005 eigentlich ohnehin aufdrängen sollten (aber da nur ein geringer Teil der österreichischen Bevölkerung überhaupt in der Lage ist, anzugeben, welche Jubiläen wir heuer feiern, verweist eine solche Gedankenarbeit auch ins Reich der Utopie).
Das szenenreiche Stück konnte dank Bühnenbildner Robert Notsch geschickt für ein kleineres Theater adaptiert werden: seine vielseitig einseh? und allseitig aufklappbare Guckkastenbühne ermöglicht äußerste Mobilität; und eine sehr reale Projektionsfläche bebildert am Bühnenhimmel den Gang des Geschehens.

Auch die Fülle der Figuren wurde durch Doppel? oder Tripelrollen der meisten Darsteller gebändigt, was der Wirkung aber durchaus keinen Abbruch tut. Sogar Werdeker selbst durfte als Lichtkassier einige Sätze sprechen und es liegt natürlich ein besonderer Witz darin, dass sich ausgerechnet der Schöpfer des Ganzen zu einem „Es werde finster!" versteigt."
Franco schedl, www.events.at

Vernissage Dunja Radler
23. April, 17 h

"fette lügen auf's brot"

Gastspiel
Montag, 25. April, 20 h

VERBIRG, VERBIRG DEN TRAUM DER NACHT...
Texte von und über Jura Soyfer

"Soyfers Texte zeichnet etwas aus, was auch Autoren von heute oft vermissen lassen: Zivilcourage, Lebensfreude und einen ungebrochenen Optimismus. Er beherrscht das Florett der bissigen Satire. Dabei hilft ihm sein unbestechlicher kritischer Blick. Und er hat den Humor der Menschen mit großem Herzen. Soyfer ist ein eindringlicher Warner vor Apokalypseblindheit und Apokalypsetaubheit und bleibt als solcher zeitlos. Er warnt zu Recht: wenn wir so weitermachen wie bisher, wird sich sein Komet Konrad kein zweites Mal in die Erde verlieben. Also lesen wir an gegen die heutige Hornhäutigkeit."

Es ist uns eine Ehre und Freude, dass mit Didi Macher und Ulf Birbaumer die ehemaligen Leiter des Fo?Theaters, das vor genau zehn Jahren die bisher letzte Aufführung von ASTORIA in Wien gezeigt hat, im Theater SPIELRAUM zu Gast sind!

Gastspiel
1. Mai 12 h, (Frühstück ab 11h möglich, Reservierung!)
& 2. Mai 20 h

AUSTRIA RELOADED
Eine futuristische Reise in die österreichische Befindlichkeit

Was ist Österreich? Ein Land des Beharrens auf seiner Tradition? Ein Land auf der Suche nach seiner Identität? Oder seinen vielen Identitäten?
Anita Zieher wirft einen "außerirdischen" Blick auf Österreich, auf eine Welt zwischen Kleinheit und Größenwahn, zwischen Selbstbewusstsein und Lächerlichkeit, zwischen Ausblendung und Jubiläumsbomben. Anhand von Literatur und Zeitdokumenten aus dem 20. Jahrhundert nimmt sie das Publikum mit auf eine Reise durch die widersprüchlichen Entwicklungen dieses Landes, von der Monarchie bis in die Gegenwart des Gedenkjahres 2005.

Mit Anita Zieher
Regie: Ines Ganahl

Gastveranstaltung
23. Mai, 19 h/1. Juli, 17h

wolke7: Unternehmen Kaiserstraße/
Historischer Spaziergang durch die Kaiserstraße mit Karl Bruckschwaiger

2004_kratzlGastspiel Wiener Bezirksfestwochen
1. , 3. & 4. Juni 20 h

OH HOLDE JUGENDZEIT
Ein Theatersolo von und mit Karl Ferdinand Kratzl

Schulwart Piringer erhält -unvermittelt und zufällig- Gelegenheit, aus
seiner Sicht über "Pädagogische Konfliktlösungen im 21. Jahrhundert" zu
referieren.

Dass er dabei etwas vom Thema abschweift, und das Ganze zu einem
erfrischend offenen und subjektiven Sermon über das Thema "Jugend heute"
wird, liegt in der Natur der Sache und des Individuums Karl Ferdinand
Kratzl.

Dem "Kulturforum Südburgendland" ist es gelungen, den profilierten
Kabarettisten, Schauspieler und Verfasser von Lyrik, Prosa und
Theaterstücken, zu einem Theaterprojekt über Schule und Schüler im Jahre
2005 zu bewegen.