Gastspiel theater beyond
Mittwoch 1. Februar, 20 h
AUF DEN HENKER LAUSCHEN

Szenische Lesung basierend auf "Die Geschichte vom Herrn Rat von Paul J. Schrag
anlässlich des 1. EUROPÄISCHER THEATERTAG DER TOLERANZ Die szenische Lesung des theaters beyond ist eine Kombination von Erzählung und Bühnenstück zum Thema des europäischen Judentums. Angesiedelt in einem deutsch-Henker_092-Hauptmannjüdischen Haushalt an drei Weihnachtsabenden (1922, 1932, 1942) spannt es einen Bogen vom Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik zum nationalsozialistischen Terrorregime. Thema damals wie heute: Xenophobie, Ausgrenzung, Intoleranz und an hand der Titelfigut die Frage nach moralischer Verantwortung der Justiz.

Die szenische Einrichtung geht über konventionelles Lesetheater hinaus und kontextualisiert Zeitgeschichte mit unserer Gegenwart.

mit Thomas Stolzeti, Stephanie Schmiderer, Alexe Schmid, Hubert Wolf
Szenische einrichtung: Sandra Schüddekopf

Karten: Euro 15,00; ermässigt 12,00

 

Eine Initiative von Markus Kupferblum und Bernd C. Sucher

 

Am 1.2.2012 wird das "Neue Theater Budapest" an zwei Intendanten übergeben, die bekannte ungarische Rechtsradikale sind. Einer von ihnen war Gründer einer rechtsextremen Partei und betreibt heute noch eine Zeitschrift, in der er antisemitische, antiziganistische und rassistische Hetzschriften veröffentlicht.
Da es sich um ein subventioniertes Theater einer europäischen Hauptstadt handelt und der Oberbürgermeister im Alleingang diese Entscheidung gefällt hat, findet ein Tabubruch statt, den wir als Theatermacher nicht einfach auf uns sitzen lassen wollen. Gemeinsam mit C.Bernd Sucher und einer Reihe von Theatermachern und Schauspielern haben wir eine Initiative gestartet, die sich gegen die schleichende Akzeptanz von Faschisten im öffentlichen Leben richtet.
Ungarn ist nicht das einzige Land Europas mit starken rechtsextremen Parteien. Deshalb wollen wir dieses Ereignis zum Anlass nehmen, vor der jeweiligen Vorstellung möglichst vieler Theater in ganz Europa, folgendes Memorandum durch einen Schauspieler oder eine Schauspielerin verlesen zu lassen. Als Symbol des Zugangs zum Herzen der Menschen, sollen diese Schauspieler während der Verlesung einen Schlüssel in der Hand halten.

Memorandum

 

Ich verlese ein Memorandum, das heute in den meisten Theatern Europas vor der Vorstellung in der jeweiligen Landessprache verlesen wird:

Heute ist der 1.Februar 2012. An diesem Tag wurde in Budapest eines der bedeutendsten Theater der Stadt an zwei neue Intendanten übergeben, die seit vielen Jahren öffentlich rechtsradikales Gedankengut vertreten. Sie publizieren antisemitische, antiziganistische und rassistische Hetzschriften und leiten ab heute ein subventioniertes Theater einer europäischen Hauptstadt.
Das ist ein Tabubruch.
Wir wollen das nicht zum Anlass nehmen, Steine nach Budapest zu werfen, sondern uns in unserem eigenen Land und in unserer unmittelbaren Umgebung für Toleranz, Vielfalt und Solidarität für die Schwächeren einzusetzen.
Wir sind bestürzt darüber, dass in vielen Europäischen Ländern politische Kräfte wirken, die Hass, Verachtung und Neid zwischen den Menschen schüren. Wir wollen mit unserer Theaterarbeit das Trennende in der Gesellschaft überwinden, Neugierde erwecken und die Sinne für gesellschaftliche Wahrheiten schärfen - für das gemeinsame Wohl aller Menschen, den Frieden und die Freiheit in Europa. Sind wir Menschen doch alle frei und gleich an Würde und Rechten geboren, sind wir doch alle Bürger einer Welt.
Heute ist der 1.Februar 2012. Begehen wir heute gemeinsam den 1. " Europäischen Theatertag der Toleranz".

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