Sonntag, 11. März 2012, 19 h
Buchpräsentation der edition atelier
Gábor Németh: BIST DU JUDE?

170L6356Übersetzt von Terézia Mora
mit einem Nachwort von György Dalos

Buchpräsentation, Lesung und Gespräch

mit Gábor Németh, Martin Thomas Pesl und Anita Pollak (Moderation)

Begrüßung: Julia Kaldori (WINA) und Robert Koukal (Edition Atelier)



Eine Veranstaltung von Edition Atelier und WINA in Kooperation mit Theater Spielraum

Eintritt frei!

 

Gábor Németh: Bist du Jude?
Übersetzt von Terézia Mora
Nachwort von György Dalos
Roman
180 Seiten
12,5 x 21 cm
Hardcover mit Schutzumschlag
18,90 Euro
ISBN 978-3-902498-52-6

Gábor Németh, 1956 in Ungarn geboren, ist Schriftsteller, Journalist, Herausgeber und Lehrender an der Universität für Theater- und Filmkunst in Budapest.
Die Originalfassung von Bist du Jude? – Zsidó vagy? – erschien 2004 im Verlag Kalligram. 2005 erhielt Németh für den Roman den begehrten Márai-Sándor-Preis.

Martin Thomas Pesl, 1983 in Wien geboren, ist Schauspieler, Berufssprecher, Übersetzer (Ungarisch, Englisch) und Lektor in Wien.
www.martinthomaspesl.com

Anita Pollak, freie Journalistin und Kulturpublizistin in Wien (u. a. Kurier, WINA, ORF)

"Der Ich-Erzähler sieht als sechsjähriges Kind in einem Kino zufällig einen Dokumentarfilm über das Vernichtungslager Auschwitz. Mit diesen Bildern im Hinterkopf wächst er auf; aus den spärlichen Hinweisen der Eltern über das Schicksal der Familie erfährt er kaum etwas – Vater und Mutter sind kleine Parteimitglieder, angepasste Bürger der Volksrepublik, Vertreter einer Generation, für die sich das Grauenhafte der Vergangenheit in einer beruhigend grauen Gegenwart auflöst. Währenddessen reift in dem Jungen entlang der sechziger und siebziger Jahre ein unerklärliches Gefühl der Fremdheit, der Unmöglichkeit oder des Unvermögens, irgendeiner Gemeinschaft zuzugehören. Er erhält, sozusagen, seine éducation sentimentale in der Ära Kádár, von der Gábor Németh in einem leisen, melancholischen Ton und mitreißend zu erzählen weiß. Dabei ist sein Buch Bist du Jude? kein Roman über das Schicksal nur einer Minderheit. Wie er in einem Interview sagte: 'Jude ist eine genaue Metapher für Erniedrigte und Beleidigte, für alle, die aufgrund irgendeiner Verallgemeinerung ausgegrenzt und gebrandmarkt werden.'"
(Aus dem Nachwort von György Dalos)

"Die gefragte Person ist der Erzähler, der nicht recht weiß, wer oder was er selbst ist. Die kommunistische Assimilation der am Leben gebliebenen Juden war nach dem Zweiten Weltkrieg nicht weniger ungeschickt und falsch als die christlich-nationale Assimilation vor dem Krieg. Das Erwachen aus Letzterer war tödlich, aus der anderen ironisch. [...] Gábor Németh erinnert sich in reichen Bildern an die ärmliche, gegenständliche Welt der Zeit, an ihre vorzüglichen Torheiten, und führt diese dichterische Entdeckungsreise, der ich mit dankbarer Neugier-de gefolgt bin, mit hervorragendem Humor durch." (György Konrád)

 

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